www.patsyjones.de

Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich alles blöd finde – hier Dinge die ich gut finde: Norwegerpullis, Biker-Boots, Küken, Titten.

“Jetzt bin ich aber kaputt von all dem Spaß”

Neulich Nacht wurde ich aus dem Schlaf gerissen, weil da Stimmen zu hören waren. Vor meinem Schlafzimmerfenster, also irgendwo da unten, weil ich ja im dritten Stock wohne. Da waren Stimmen zu hören und erst nach einer verhältnismäßig langen Orientierungsphase verstand ich, um was es eigentlich ging und was die eigentlich von mir wollten. Eine mit Sparten, Hacken, Megaphones und Transparenten ausgestattete kleine angriffslustige Meute hatte sich da unten positioniert und forderte mich lauthals dazu auf, aus dem Bett zu steigen und endlich wieder geil zu bloggen. Ohne Zwischenschritt. Wie früher.

Ich schrie “Was soll das? Man entwickelt sich doch!”, aber das war denen egal. Und als mir am nächsten Tag sogar der Nils in Facebook schrieb, ob ich schonmal darüber nachgedacht hätte, das letzte Wochenende hier zu thematisieren, da wusste ich es ist Zeit, mit dem Füller mal wieder kräftig in die Scheiße zu tauchen, metaphorisch gemeint.

Nur, wo beginnen? Und mit welchen Hilfsmitteln? Woher nimmt man den Mut/die Naivität/die Langeweile? Wie versetzt man sich zurück in die spezielle Lage des Oversexed & Underfucked-Seins verbunden mit dem peinlichen und gleichzeitig dramatischen Wissen trotz aller spirituosenverflechteter Unbedachtheit in den allermeisten Augenblicken eines hellichten Tages und einer düsteren Nacht klüger zu sein als alle lebendigen Wesen dieser Erde zusammen? Vor allem aber: Warum klingt der letzte Satz so wie Adolf Hitler sich oft gefühlt haben muss*?

Ich bin dann im Laufe der nächsten Tage zu dem Entschluss gekommen, dass es ein sinnloses Unterfangen ist, sich in irgendeine Lage zurückversetzen zu wollen, nur um einen kurzen Text zu schreiben, in dem es primär um das Nichtvorhandensein von Lionel-Richie-Musik geht. Es ist am besten, und das betrifft so ziemlich alle Dinge dieser Welt, einfach anzufangen. Wenn man will. Und wenn man nicht will und nicht kann, dann wartet man einfach ab.

Und nun, ganz oldschool, die letzten Wochen. In Stichpunkten. Sodass wie immer so wenige Personen wie möglich den kompletten Inhalt verstehen.

1. Ich werde langsam zu alt für den Scheiß. Und mit Scheiß meine ich folgendes: Wodka-Energy trinken. Bei weniger als 6° nachts um fünf auf ein Taxi warten. Generell: warten. Auf frei gewordene Toiletten zum Beispiel. Ich bin auch zu alt, um mir Jungsprobleme bei wildfremden Mädchen anzuhören und die dann nicht zu kommentieren. Ich meine, wenn die direkt vor mir am Waschbecken stehen, in so einem verdreckten Kabuff, mit ihren Problemen, dann kommentiere ich das natürlich. Lallend. Und dann verlange ich auch, dass die meine Ratschläge annehmen, denn ich bin viele viele Jahre älter als sie und ich verstehe viel mehr von Männern, ganz ehrlich, weil ich teilweise selber einer bin. Ich sage dann so Dinge wie “Ey, ignorier den, sei unabhängig, sei frei, brich bloß nie die Schule ab, am Ende will er eh wieder nur deine Freundin bumsen!” Und dann hoffe ich immer, dass das irgendwie zu ihnen durchdringt, zu den kleinen Spatzenhirnen, die sich teilweise in ihrem Tun schon so geschickt, aber leider oft genug in ihrem Denken noch so unbeholfen anstellen.

2. Die besten Menschen sind an Abenden wie diesen immer die, die sich ab einem gewissen Zeitpunkt hauptsächlich mit Nahrung einzudecken pflegen und diese Freude gerne auch mit anderen teilen möchten. Menschen, die einen eindringlich darauf hinweisen, dass die Wurst fantastisch schmeckt und man es selber ausprobieren sollte. Diese Personen haben verstanden, worum es eigentlich geht. Es geht nicht darum, soviel Spaß wie möglich zu haben innerhalb einer viel zu kurzen Zeit. Es geht auch nicht darum, die ganze Nacht lang möglichst cool auszusehen oder viele interessante Menschen kennenzulernen. Es geht einzig und allein darum, nicht zu verhungern. Es geht darum Handynummern nur mit dem Mann am Grill auszutauschen und mit sonst niemandem. Alle anderen sind unwichtig. Der Mann am Grill, der ist wichtig.

3. Ich bedaure es ein wenig, den diesjährigen 01. Mai nicht ein bisschen so verbracht zu haben wie den im letzten Jahr. Mit elf Cocktails, Pizza und vielen fantastischen Menschen. So wie man ihn eben verbringt, diesen nationalen Feiertag, der den traditionell schönsten Monat des Jahres einleitet. Der Mai ist immer schön. Schon seit 27 Jahren. Egal was das Thermometer sagt oder der Kontostand. Das Glas ist im Mai immer halb voll, die Menschen auch irgendwie, vor allem in ländlichen Regionen … wo Alkohol wenigstens noch eine Rolle spielt!!!

4. Ich habe Berlin, anlässlich der re:publica mal wieder einen Besuch abgestattet. Am 01.Mai ging es hin, Bier trinkend, mit dem Zug und Mareiki, vier Tage später ging es zurück, müde und hungrig, eingequetscht zwischen zwei Damen aus Göttingen. In dieser Zeit habe ich neue, alte Gesichter getroffen und ein rosafarbenes Getränk kennen gelernt, in dem Tequila enthalten ist und das nach dem zweiten Glas eigentlich schon gar nicht mehr schmeckt. Teilweise habe ich mir gewünscht, insgeheim, man säße jetzt in einer kleinen Runde in irgendeiner Kneipe oder auf irgendeiner Couch, würde sich einen guten Film anschauen und Bier trinken und Pizza bestellen und sich einfach kennen lernen wie man ist, unabhängig davon was man hat, macht, will, vorgibt zu wollen oder zu sein. Ich habe festgestellt, dass mich eure Jobs erst interessieren, wenn ihr ein oder zwei Gedanken mit mir geteilt habt. Das war aber auch die erste re:publica, in der die Gespräche ein bisschen über “Hallo, nett dich kennen zu lernen, ich lese deinen Scheiß im Internet!” hinaus gingen. Es war schön, aber es könnte noch viel schöner sein, wisst ihr?

5. Ich habe viel gegessen in den letzten Tagen. Das wars, was ich noch mit euch teilen wollte. Essen ist wunderbar, ich erwähnte es bereits da oben. Essen in Berlin ist auch wunderbar, denn dort ist es gleichzeitig gut und günstig. Ich habe den besten Burger meines Lebens dort gegessen (Er sah fürchterlich aus, war teilweise innen roh, zu viel Gramm für meinen Magen, aber bei Gott, ich schwöre, er schmeckte aus irgendeinem mir unbekannten Grund köstlich) und ich habe die beste Pizza meines Lebens dort gegessen (wagenradgroß und belegt mit allen guten Dingen, die satt und glücklich machen), daneben habe ich auch von etwas unfassbar ekelhaftem gekostet (Süßkartoffeln!!!! Alter!!! Was ist das für eine scheußliche dämonische Kotzpampe?!) und mich möglicherweise etwas zu häufig von Kartoffelsalat ernährt. Ich stelle mir nun die Frage ob man in Berlin auch das für mich beste Eis, den besten Kuchen und die beste Pasta kriegen könnte und ob es sich lohnt nur des Essens wegen eine Art verlängerte Studienreise nach Berlin zu machen, die ich dann später von der Steuer absetzen kann. Vielleicht waren all diese Dinge nur so lecker, weil ich beim Burgeressen einen Sonnenstich hatte und am Donnerstag einen Gin Tonic zu viel trank. Vielleicht war ich auch an diesem Abend noch erfüllt von der Freude, die einem widerfährt, wenn man nur fünf Minuten dem Guten-Tag-Team zuhört, oder von dem Stolz ganz alleine in die richtige U-Bahn eingestiegen zu sein. Ich weiß es nicht, bin jedoch froh, dass ich das erleben durfte. Essen ist Liebe!

…und ich begebe mich nun ins Bett Das war jetzt eine Art Aufwärmtraining. Ich hab meine besten Tage schon lange hinter mir gelassen, man spürt das, bei jedem Wort und jedem Satz, den man sich so durchliest, wenn man überhaupt den ersten Satz zu Ende lesen möchte. Das hier war mal interessanter, bissiger, hier war die Autorin früher vor allem an Sonntagnachmittagen mal in einer besseren Form. Wir wissen nicht, was die Zukunft bereithält, aber die SGE ist jetzt wieder 1. Liga, Borussia Dortmund ist Deutscher Meister, mir ist das vollkommen egal und ihr bleibt mir hoffentlich ein bisschen treu oder tut wenigstens ab und an mal so. Gute Nacht.

*unverstanden

 

Das Zitat des Tages

“ach beleitigen lasse ich mich von dir und vom dem kleinen kind der nicht einmal abc sagen kann marcel wenn er was will soll er mal vorbei kommen wenn nicht stehe irgendwann mal vor tur da nehmme ich ihn mit sein kopf in dem sand”

(von einem öffentlichen Facebook-Profil. Einer der geilsten Sätze, die ich jemals lesen durfte, vor allem der letzte Teil. Da nehmme ich ihn mit sein Kopf in dem Sand. Danke an Mareike für den Hinweis)

Ratgeber Frau

Die folgende Nachricht beschäftigt heute viele Menschen auf facebook und twitter.

“Europas größte Elektronikkette Media Markt will mehr weibliche Kunden anlocken. In Österreich werden deshalb seit Donnerstag (19. April) in allen 31 Fillialen eigens eingerichtete Frauenzonen getestet. Bei Erfolg soll das neue Verkaufskonzept auch in Deutschland eingeführt werden.” (channelpartner.de)

Das erinnert mich daran, dass ich schon seit Monaten plane, einen umfassenden Blogeintrag über Frauen zu schreiben. Frauen sind irgendwie mein persönliches Thema geworden in den letzten Jahren. Davor waren es Männer und ich bin was dieses Thema betrifft, zu einem Ergebnis gekommen, das ich vielleicht in 25 Jahren in dem Buch “Männer – kann man mal machen, muss man sich aber eigentlich nix bei denken” präsentieren werde.

Jetzt sind es Frauen. Ich finde Frauen wahnsinnig spannend, die Menschen bei MediaMarkt sicherlich auch und ich freu mich eigentlich darüber, dass die sich den Kopf darüber zerbrochen haben, was ich will, was mich anmacht und wie man Elektronik für mich noch besser machen kann.

Jetzt muss man allerdings dazu sagen – und wir nähern uns nun dem Kern des Ganzen – dass die da wahnsinnig was missverstanden haben. Ich weiß nicht, wen die gefragt haben oder wo da genau Umfragen stattgefunden haben, die zu diesem Missverständnis geführt haben, ich vermute aber mal es geschah eines nachts um viertel vor zwei in einer Kulturhalle in einer Kleinstadt irgendwo im Großraum Hannover (Ich will nicht Kassel schreiben, das ist mir peinlich), wo gerade eine abgefahrene Schlagerparty stattgefunden haben muss. Ich könnte mir vorstellen, dass so eine Situation dazu geführt haben muss, dass jemand bei MediaMarkt beschließt, es wäre ganz sinnvoll, in Zukunft Frauenzonen in Media-Märkten einzurichten.

Damit das nicht wieder vorkommt und damit auch niemand mehr nach Hannover (oder Kassel) fahren muss, um dort eine Umfrage zu machen, kurz gesagt: Damit ihr das in Zukunft alle viel schneller und einfacher bekommt – Hier mein stichpunktartiger Ratgeber, was Frauen eigentlich sind, warum man glaub, dass sie so sind und wie man das in Zukunft vermeiden kann.

Die Darstellung von Frauen in der Literatur, in der Werbung oder auf Showbühnen liefert ein unrealistisches Bild ab

Mario Barth stellte zu Beginn seiner einseitigen Karriere als Comedy-Star Frauen als ewig plappernde, unlogische, anstrengende Wesen dar. Rosamunde Pilcher stellt in Teilen ihrer Romane Frauen als verträumte, innerlich zerrissene Geschöpfe dar, die mit Gutsbesitzern verheiratet sind. In Pornos werden Frauen dargestellt als diejenigen, die es schön finden, sich mit ihrer Mutter, ihrer Schwester oder ihrer besten Freundin auf der Wohnzimmercouch einen Mann zu teilen, der einen dicken, weißen, behaarten Bauch und eine unmögliche Frisur hat. Die Frauen selbst sind auch zumeist hässlich, haben ähnlich unmögliche Frisuren und oft beängstigend große Nippel.

Intelligente Menschen wissen, dass diese drei Beispiele (1. nervige Ziege 2. verträumte, tierliebe Frau ohne Geldprobleme 3. Frau mit großen Brüsten und noch größeren Nippeln, die den ganzen Tag an Sex mit hässlichen Männern denkt oder ihn praktiziert) nur einen verschwindend geringen Teil der weiblichen Bevölkerung ausmachen.

Die Darstellung von Frauen in Filmen liefert ein ebenso unrealistisches Bild ab.

Mir fallen auf Anhieb keine Filme ein, in denen Frauen so gezeigt werden, wie sie wirklich sind. Es gibt sie, aber mir fallen auf Anhieb keine ein. Das sagt schon eine Menge aus. Mir fallen nur Filme ein, in denen Frauen so gezeigt werden, wie sie nicht sind. Schauen wir uns mal an, welche Filme den Bechdel-Test bestehen. Den Bechdel-Test kann nur der Film bestehen, in dem mindestens zwei weibliche Figuren mitspielen, die namentlich genannt werden und die miteinander sprechen über etwas anderes als Männer. Ich finde dieses Thema ganz spannend, weil es sich wirklich als nicht besonders leicht herausstellt, einen Film zu finden, auf den das zutrifft. Warum ist das so?

Weite Teile der Filmindustrie scheinen gewisse erfolgsversprechende Eigenschaften nicht unbedingt mit Frauen in Verbindung zu bringen.

Dazu zählen für mich z.B. Humor, cleveres Verhalten, eine gewisse Zwiespältigkeit. In vielen Filmen, das gilt vor allem für z.B. romantische Komödien oder Actionstreifen aus den USA, sind Frauen nett, süß, sexy, bisweilen ein bisschen anstrengend, aufgeweckt, amüsant, hin und wieder überfordert. Bissige, gut geschriebene, großartige, zum Brüllen komische Dialoge? Finden in 9 von 10 Fällen zwischen zwei Männern statt. Eine Frau, die augenscheinlich ein bisschen schusselig ist, kann nichts gegenteiliges mehr sein, dabei erlebe ich es jeden Tag an mir, dass ich schusselig bin aber zwei Minuten später etwas tue oder sage, das ein “schusseliger Mensch” im ersten Moment niemals  tun oder sagen würde. Frauen werden gleichzeitig als etwas komplizierte, aber auch sehr eindimensionale Wesen dargestellt, weil es offenbar schwierig ist, sich vorzustellen, dass es anders sein könnte.

Das ist schade. Weil so wenige sich trauen, anders zu sein, möglicherweise, weil es ihnen gar nicht in den Sinn kommt, dass sie die Freiheit besitzen, zwischendurch auch mal etwas anderes sein zu können. Seit Jahrhunderten müssen Frauen immer wieder aufs neue verträumte oder aufreizende oder umsorgende Posen einnehmen, überall. Auf der Leinwand, auf dem Bildschirm, auf Plakatwänden oder Gemälden. Was ist, wenn du gar nicht verträumt oder aufreizend oder umsorgend bist? Und was ist mit denen, die es sind, aber das Gefühl haben, mehr nicht sein zu dürfen? Da stecken uralte Erinnerungen, Vorwürfe, Erwartungshaltungen und Vergleiche in uns drin und viel zu wenige von uns haben das Glück, dass sie diese Dinge von Anfang an nicht beachtet oder früh genug beiseite geschoben haben.

Frauen sind immer sauber und ordentlich und mögen Pastellfarben, aber wie kommt es dann, dass sie genauso häufig den Toilettenrand vollseichen wie Männer?

Ich möchte abschließend noch einmal betonen, wie lächerlich es in meinen Augen ist, eine Frauenzone einzurichten. Mit rosa Dingen. Für die Frau, die rosa Dinge kaufen will. Die den ganzen Tag kocht und putzt und sich am Abend ein duftendes Bad einlässt. Liebe Werber, ihr wisst gar nicht, was Frauen eigentlich sind und wollen. Sollten Damen diesen Bullshit mit entschieden haben (es ist anzunehmen): Frauen wie ihr tragen die Mitschuld daran, dass so ein beschissenes Frauenbild überhaupt Bestand haben kann in dieser Gesellschaft. Im weiteren Verlauf tragt ihr auch die Mitschuld daran, dass ein ebenso beschissenes Männerbild entsteht bzw. Bestand haben kann. Leute, die zu entscheiden haben, was gezeigt wird und was nicht, was in welcher Form vom Konsumenten gebraucht wird und was nicht, solche Leute sind verantwortlich für ein beschissenes Weltbild.

Es handelt sich hier um ein riesengroßes Missverständnis, liebe Macher, liebe Entscheider. Ihr wisst offenbar nicht, wie oft ich in Kinos oder Discotheken auf eine vollgepisste Damentoilette komme und wie oft mir Männer begegnen, die von ihrer Exfreundin verarscht wurden. Warum will mir die Industrie weismachen, dass Frauen überwiegend saubere, nette, auf Allgemeinwohl bedachte Wesen sind, wenn es manchmal (und wir reden hier nicht von Einzelfällen) gar nicht so ist? Warum will man uns weismachen, weiblicher Humor hätte etwas mit Albernheit und kreischen und “Hahahaha, hör mal zu, ihr Uschis, neulich ist mir was passiert, das war so supiwitzig!” zu tun? Warum begegnen mir im deutschen Privatfernsehen so unglaublich häufig arbeitslose, rauchende Mütter von sieben Kindern mit einem bedenklichen BMI oder – auf der anderen Seite – irgendwelche Schreckschrauben, die mit Hilfe von nackter Haut irgendeine Form von Berühmtheit erlangen wollen? Als gäbe es zwischen fetten Tanten ohne Perspektive und spermageilen Pissnelken keinen Platz mehr für tolle, großartige Frauen, die sich einen Föhn kaufen wollen, der einfach nur schwarz ist. Und nur weil irgendwelche saublöden Kinder glauben, dass das die Realität ist IST ES NOCH LANGE NICHT DIE REALITÄT!

Wer anderen immer und immer wieder dieselben Bilder von Frauen und auch Männern verkauft, der traut den Menschen auf dieser Welt sehr wenig zu. Ihr denkt einseitig, ihr seid witzlos, ihr langweilt mich und ihr habt die Kohle nicht verdient, die ihr dafür wahrscheinlich bekommt.

Abschließend noch einige Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Männer haben einen Penis und stärkeren Bartwuchs, schmalere Schultern, einen Adamsapfel und mehr Kraft. Sie kommen in den Stimmbruch und in 8 von 10 Fällen sind sie bei Bestellungen (z.B. Restaurant oder Lieferdienst) ein bisschen schneller als Frauen. Frauen haben Brüste, eine Klitoris und keine Brummstimmen. Sie neigen eher als Männer dazu, ihren Autos Namen zu geben. In einigen Ländern dieser Erde werden Sie aus diversen schwachsinnigen Gründen dazu aufgefordert, ein Kopftuch oder eine Burka zu tragen.

Weitere Unterschiede – bezogen auf Eignung, Vorlieben, Frisuren, Talent, Hobbys – gibt es nicht. In Einzelfällen entscheidet die Hirnforschung, jedoch kann man diese Dinge auch ignorieren, weil sie auch zu Missverständnissen führen können, etwa bei Grillveranstaltungen, wenn man beobachtet, wie eine Frau eher Steak isst und ihr Mann eher Salat und man sich dann dazu genötigt fühlt zu sagen “Hey, die Hirnforschung sagt aber, dass Männer mengenmäßig mehr Fleisch essen und Frauen mehr Salat!”

Ein Artikel über Handtaschen, der sich als Artikel über Gesundheit getarnt hat

Es gestaltet sich als recht schwierig, einfach draufloszuschreiben, wenn die Gründe, die einen früher dazu bewogen haben draufloszuschreiben, einfach nicht mehr gegeben sind. Ich habe zum Beispiel oft sonntags geschrieben, wenn die Nacht zuvor aus Suff und Todessehnsucht bestand. Mein Alkoholkonsum ist seit einigen Wochen und Monaten stark eingeschränkt. Ich betreibe bewusstes und kontrolliertes Saufen und das tut mir gut. Täte es euch sicher auch mal. Dann begegnen mir auch immer weniger entsetzliche Menschen und wenn sie mir mal begegnen, dann sind sie anderen entsetzlichen Menschen so ähnlich, dass es einen irgendwie auch nicht mehr kümmert. Menschen haben mich in ihrer Entsetzlichkeit ja immer inspiriert, schon seitdem ich das hier tue. Warum? Weil sie mich immer mit meiner eigenen Entsetzlichkeit konfrontiert haben. Entsetzlich ist ein schönes Wort, es sollte öfter benutzt werden, meint ihr nicht auch?

Irgendwann kann man sich dann jedenfalls nicht mehr aufraffen und einen wagemutigen Blogartikel über Entsetzlichkeit, Scheißheit und allgemeine Awesomeness schreiben, weil man zuviele Verpflichtungen hat oder nicht wütend genug ist oder weil man sich beim Ficken die Hüfte verrenkt hat. Oder halt beim Aufstehen aus dem Bett.

Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten mit vielen Dingen auseinander gesetzt. Dazu zählen: Halsweh. Ratgeber über Gesundheit, Bewegung und gesunde Lebensführung. Botanik, insbesondere welche Halbschattengewächse man verwenden kann für einen Balkon, der nur drei Stunden am Tag direkte Sonnenstrahlung bekommt. Elternhaus-Wohnzimmerdekorierungs-Beratung. Finanzen, wobei das Wort “Katastrophen” bei mir in diesem Zusammenhang manchmal besser passt. Ich weiß mittlerweile eine ganze Menge über Psycho-Neuro-Immunologie. Und über ungesättigte Fettsäuren. Und über rezidivierende Krankheiten im HNO-Bereich.

Ich konnte mich nicht aufraffen dazu, mich sätzeweise über Dinge aufzuregen, von denen ich genau weiß, dass sie keine Bedeutung haben. Wenn man plötzlich Panikattacken und wahnsinnige Angst hat, dann ist das eben so. Und dann hängt man in einem Loch und sucht nach Möglichkeiten, da wieder rauszukommen. Weil ich ein Mensch bin, der Bescheid wissen will über Dinge, die ihn betreffen, habe ich mich informiert. Über so ziemlich alles. Darüber, ob es einen einschränkt, wenn der Arzt beim EKG einen Rechtsschenkelblock feststellt oder ob ich Angst davor haben muss, wenn im MRT zwei venöse Malformation im Kopf gefunden werden.  Ich bin in den letzten Monaten dreimal vor einem Arzt in Tränen ausgebrochen und in einer Schublade meiner Kommode liegt seit Januar unangerührt eine Packung Tavor. Der essentielle Tremor in meinem Kopf ist stressabhängig und familiär bedingt und möglicherweise keine ernsthafte nervliche Erkrankung.

Man hat keine Zeit, sich über die langweiligen Gesichter da draußen wirklich ernsthaft aufzuregen, wenn man sich mit dem Gedanken anfreunden muss, dass man gleichzeitig krank, aber auch völlig gesund ist. Denn ich kann laufen und atmen. Ich habe vielleicht Migräne, Schilddrüsenprobleme, MKPS, Weiterleitungsstörungen, eine Trichterbrust, mir fehlt der linke obere Lungenlappen, eine AVM, Kiefergelenksprobleme, ich sehe auf dem rechten Auge nur noch 10%, ich habe eine genetische Veranlagung an Hautkrebs zu erkranken, Skoliose und beginnenden Verschleiß in drei Halswirbeln.

Aber ich kann laufen und atmen und das Essen schmeckt mir. Und ich habe mir genug Wissen angeeignet, um sagen zu können: einige dieser oben aufgeführten Dinge sind mit Bewegung in den Griff zu bekommen, einige stellen keine Gefahr dar, solange man sie regelmäßig kontrolliert und vieles davon wird nie eine Rolle spielen in meinem Leben. Und ich bin froh um dieses Wissen. Da sind zwei Venen in meinem Kopf, die anormal sind und seitdem ich das weiß, hatte ich drei- oder viermal Kopfschmerzen und es hat mir nichts ausgemacht, es hat mir keine Angst gemacht, es macht mir immer nur in dem Moment Angst, in dem ich es erfahre; da bin ich drei Tage lang zynisch und wütend und traurig und die Leute um mich herum können immer nur dieselben tröstenden Dinge sagen und dann verschwindet es nach einer Weile wieder und ich nehme es an und sage “Du gehörst jetzt zu mir, du bist jetzt da. Wenn es sein muss, dann bleib.” so wie ich es immer gemacht habe.

Information und ein gewisses Grundwissen haben mir weiter geholfen. Ich glaube, es ist immer besser, aufgeklärt zu sein, egal wie weh das tun kann, nicht nur bezüglich der eigenen Gesundheit, sondern in so ziemlich allen Bereichen des täglichen Lebens.

Und hier wären noch ein paar Dinge, die ich glaube:

Ich glaube, man kann überall auf der Welt ein interessantes Leben führen, solange man ab und zu die eigene Erwartungshaltung und Betrachtungsweise ändert und sich nicht von äußeren Umständen, Öffnungszeiten und Angeboten abhängig machen lässt. Ich glaube, man muss gute, neue, coole Musik auch mal ein bisschen ignorieren und stundenlang Rihanna und Madonna hören können.

Ich glaube, es interessiert kein Schwein, wo ihr euch zu welcher Tageszeit mit wem aufhaltet, außer ihr seid an einem wirklich interessantem Ort, zum Beispiel in Hongkong oder in einem Raumschiff oder mit einem CIA-Agenten unterwegs oder in einer Achterbahn, wenn sie gerade defekt ist. Ich würde nicht mal wissen wollen, wo Michael Fassbender sich gerade mit wem aufhält und was er da zu suchen hat. Und der Mann ist wirklich interessant und dreht gute Filme! (Auf wie viele von euch trifft denn das zu, dass ihr interessant seid, geschweige denn gute Filme dreht) Euer Leben ist öde und langweilig. Unser Leben ist öde und langweilig. Interessant sind daran nur die Gespräche die wir führen, die Begegnungen mit denen, mit denen wir nie gerechnet hätten und wie wir nachts stolpern und der Länge nach hinschlagen und bluten und wer da alles drüber lachen kann. Interessant ist, wer mit wem schläft und aus welchen Beweggründen oder wie Freundinnen dazu kommen, sich allesamt dasselbe Handtaschenmodell zu kaufen, weil es nämlich statistisch gesehen vollkommen unmöglich ist, dass fünf Mann einer Gruppe dieselben Accessoire-Vorlieben haben, wir müssen uns also mit dem Gedanken anfreunden, dass möglicherweise einige der Personen dann diesbezüglich ein bisschen blöd sind, was aber sicher niemand gerne von sich hört, aber warum kaufen sich dann alle dasselbe Handtaschenmodell und zeigen das auch noch anderen Leuten im Internet, ich meine, mit welcher Erwartung macht man das, ist doch witzlos, ich meine, das einzig witzige daran ist allerhöchstens dieser Text hier.

Ich glaube, man kann ein Mensch mit vielen lustigen Vorurteilen (die sich prima verbal verpacken lassen) und trotzdem für einige Menschen sympathisch sein. Ich glaube, dass Bücher schon dann wundervoll sind, wenn sie das Wort “Instinkttöpfern” beinhalten. Und ich glaube, dass Grey´s Anatomy einen Teil seines Charmes verloren hat, seitdem George O´Malley den Serientod starb.

 

Frühlingsmusik

Warum manche Menschen Nachteile beim Denken haben

Verehrte Leser, liebe Freunde, Interessenten, Mitstreiter, Männer und Frauen, liebe Firma, liebe Familie – Ich habe gestern etwas sehr unsinniges gelesen. Etwas, bei dem ich mir nicht sicher bin, was mich daran jetzt zuerst aufregt. Ich möchte, dass ihr eure Spucktüten hervorholt und euch mal eine Weile mit diesem Artikel und den zugehörigen Kommentaren beschäftigt.

Dr. Jochen Konrad – Warum deutsche Frauen Nachteile beim Dating haben

Da es mir zu umständlich ist, hier eine Zusammenfassung zu liefern von Artikel und dem, was man aus den Kommentaren so herauslesen kann und ich auch zu bequem dazu bin, hier einen einwandfreien Blogeintrag mit Einleitung, Hauptteil, Schluss und eventuellen Zukunftsaussichten zu schreiben, greife ich einfach mal die meiner Meinung nach interessantesten Stellen heraus und kommentiere sie. Möglicherweise bin ich dann, wenn ich damit fertig bin, innerlich verzweifelt und ausgezerrt und gefühlsmäßig am Boden, aber das macht nichts, denn ich möchte schließlich mich und andere gut unterhalten. Beginnen wir. Ich zitiere aus dem Artikel:

“Harte Worte? Allerdings – denn langsam bin ich richtig beleidigt. Ich bin als Mann draußen unterwegs und bekomme an einem schönen Sommertag keine schöne Frau zu sehen! Das darf nicht sein!”

Hilfe, was ist denn da passiert? Wie können wir dem armen Mann da weiterhelfen? Was ist denn das, was soll denn das, wo ist denn da der Sinn, wenn man an einem Tag, wo auch noch die Sonne scheint, keine schöne Frau zu sehen bekommt? Das ist ja grauenhaft, man könnte ja fast so etwas wie Mitleid empfinden für den armen Mann. Das ist ja auch zuviel verlangt, sich einfach  mal mit dem Arsch in die Eisdiele zu setzen oder mit dem Kumpel ein Weizen im Biergarten zu trinken und eine gute Zeit zu haben, unabhängig davon, wer oder was nun an einem vorbeiwackelt. Das versteh ich schon, da besteht kein Zweifel, dass die Qualität so eines schönen sonnigen Tages immer davon abhängt, ob einem eine schöne Frau begegnet, wobei es sicherlich von Vorteil wäre, wenn sie dabei auch noch lächeln würde und wenn sie nichts zu lächeln hat, weil sie zum Beispiel mit ihrer Super Figur gerade an mir vorbei geht und ihrer hässlichen Freundin gerade erzählt, dass sie ihren Job verloren hat oder einer aus ihrer Familie sich gestern Abend im Wandschrank erhängt hat, dann soll sie doch wenigstens so tun, denn wo kommen wir denn da hin, wenn diese ganzen hübschen Frauen nicht mal mehr wissen, wie man den ganzen Tag lang eine positive Ausstrahlung nach außen zu tragen hat.

Ist das nur meine Meinung? Weit gefehlt – in ganz Osteuropa herrscht die Meinung, deutsche Frauen wären besonders unattraktiv, hätten keine Ahnung von Mode und sind im Allgemeinen eher ungepflegt. Schlimm, nicht wahr? Und das ist nicht das einzige solche Stereotyp das über die deutschen Frauen im Ausland vorliegt.

Wieso haben deutsche Frauen dadurch Nachteile beim Dating? Die Antwort ist sehr einfach: Die Frauen auf der ganzen Welt wissen mehr oder weniger bewusst, was Männer wirklich wollen und halten sich daran!

Zunächst einmal möchte ich die Frauen beglückwünschen, die wissen, was Männer wirklich wollen und sich daran halten. Egal ob diese Frauen da sehr viel Zeit investieren oder ihre Gene schlichtweg großartig sind, sogar wenn Sie nachgeholfen haben. Das verdient meinen Respekt. Ich hoffe natürlich, dass diese Damen nebenbei noch Zeit für andere Dinge haben, denn ich kann mir vorstellen, dass das teilweise sehr zeitaufwändig ist und sehr viel Energie verbraucht. Ihr seid uns deutschen Frauen da einen Schritt voraus, denn wir wissen offenbar nicht, was Männer wirklich wollen, halten uns demzufolge auch nicht daran.

Vielleicht liegt das daran, dass unser Seelenheil nicht so sehr davon abhängt. Ich persönlich kann mir auch mal ein paar Tage hintereinander erlauben, scheiße auszusehen. Das liegt daran, dass ich unabhängig bin. Ich bin nicht abhängig von dem Wohlwollen eines Mannes. Ich bin ehrlich gesagt auch nicht abhängig von dem Wohlwollen einer ganzen Generation von Männern. Wenn mir die Medien oder Leute wie Dr. Dings mir das einreden wollen oder mir das als Lebenshilfe verkaufen wollen, dann können sie das gerne tun. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass man nicht großartig aussehen muss, um ein großartiges Leben zu führen. Ich bin auch der Meinung, dass man jederzeit an jedem Ort der Welt unabhängig davon was für gepflegte, polierte Nägel man hat oder wie glatt und rein die Haut ist andere großartige Menschen treffen und großartige Dinge tun kann. Wer denkt, dass das so sehr vom Aussehen abhängig ist, unterschätzt die Persönlichkeit des Menschen. Das nenne ich traurig, grotesk, witzlos, armselig, vor allem aber langweilig.

Kommen wir nun zu den Kommentaren.

Schauen Sie mal nach Asien, Lateinamerika oder Osteuropa. Deutsche Männer kommen richtig benommen von dort wieder zurück und sind erstaunt “wieviele schöne Frauen es an einem Ort geben kann”! (Dr. Jochen Konrad)

Dass osteuropäische Frauen oft – wie auch Frauen aus Asien oder Lateinamerika – wunderschön sind, da gebe ich Dr. Konrad Recht. Ich lasse mir jedoch ungern vor allem bei den osteuropäischen Frauen einen Stil als besonders gut oder “weiblich” verkaufen, der in meinen Augen übertrieben ist. Ich finde, dass Frauen aus dem skandinavischen Ländern sich großartig kleiden können. Ich finde es gibt überall auf der Welt toll gekleidete Frauen, die sich auf unaufgeregte Art und Weise toll anziehen, Stile miteinander vermischen können. Aber gerade da die osteuropäische Frau hervorzuheben, leuchtet mir nicht ein. Ich war noch nie in Osteuropa unterwegs. Ich kann nur diejenigen beurteilen, die mit mir hier leben und mit mir hier einkaufen. Die kaufen dieselben schreiend grellen Sachen, dieselben goldenen Täschchen, denselben Scheiß billigen Schmuck den so viele deutsche Mädchen und Frauen auch kaufen. Nein, ihr Stil ist nicht besser als der Stil der deutschen. Und die Frauen aus Asien oder Lateinamerika – die ich persönlich wirklich größtenteils wunderschön finde – haben entweder immer einen Bronze-Teint oder eben kräftigere, glatte Haare. Viele asiatische Frauen haben tolle Haare. Da der Mann an sich offenbar lange, gesunde Haare besonders weiblich und wichtig findet, steht er eben auf Frauen mit langen, gesunden Haaren. Bedeutet das, dass diejenigen, die keine langen, gesunden glänzenden Haare haben, hässlich oder viel weniger schön sind?

ich bin auch deutsch / polnisch und manchmal schäme ich mich für die deutschen frauen. ich finde sie sehen alle so einfach, langweilig, schlicht und unauffällig. leider, sie könnten so viel aus sich machen. doch keiner tut was..oder nicht viele.sieht man eine ausländische frau, gleich welchen alters, bemerkt man das sie sich zurecht gemacht haben und einfach nach was aussehen. wenn ich auf die strasse gehe, in die stadt oder bar, dann fällt mir immer wieder auf das die deutschen sich einfach wie bauern kleiden, manchmal richtig peinlich. oft zu männlich…weite hosen lange pullis oder am besten gleich alles im tracking outfit von jack wolfskin und dann noch alles farblich in gelb blau und grün.also bitte was ist los? und das schlimmste, wieso haben so viele deutsche frauen ab dem alter von 30 kurze haare?? warum? aussehen wie ein mann?? wo bleiben die fraulichen, figurbetonten langhaarigen schönheiten? ich finde es sehr beschämend zu sagen ich bin deutsch. man verbindet deutsch schon lange mit graue maus, schüchtern, ruhig und hässlichkeit. leider leider,…..lg (Janina)

Ehrlich gesagt finde ich Frauen, bei denen man auf den 1. Blick merkt, dass sie “sich zurecht gemacht” haben, uninteressant. Ich bin aber selbst nur eine Frau und somit vielleicht auf der völlig falschen Fährte. Würde ich als Mann in einen Club gehen und hätte ich die Wahlmöglichkeiten, würde ich dahin gehen, wo mir viele Frauen in Jeans und Tshirt begegnen. Das Tshirt darf gerne eng sein, natürlich. Ich würde einer Frau dann nachschauen, wenn sie neben ihrer Weiblichkeit ihre Lässigkeit nicht aus den Augen lässt. Vielleicht stände ich mit dieser Meinung als Mann alleine da, vielleicht auch nicht. Vielleicht habe ich auch manchmal die Befürchtung, dass Männer, die von einer Frau zuallererst Weiblichkeit verlangen, gar nicht so genau wissen, was sie eigentlich darüber hinaus noch verlangen können oder dürfen. Vielleicht haben diese bedauernstwerten Menschen nie Frauen dieser Kategorie kennen gelernt und wissen daher nicht, auf wie viele Arten man den Menschen – Frauen wie Männer – betrachten, von mir aus auch beurteilen darf.

Die Sache mit den kurzen Haaren, liebe Janina, muss ich dir kurz erklären. Das ist nicht so leicht und natürlich stimme ich dir zu, dass zu viele Frauen, die vorher lange Haare hatten, sich ab einem gewissen Alter die Haare abschneiden, aus praktischen Gründen, was, wie ich finde, nie ein guter Grund sein sollte. Es sollte zum Typ passen. Man sollte bei kurzen Haaren etwas wissen: Sie stehen klassischen Schönheiten nicht. Klassische Schönheiten sind hübsch, haben langes, glänzendes Haar, ein schönes Lächeln, eine gute Figur. Ich bin keine klassische Schönheit, deswegen konnte ich mir die Haare vor einigen Monaten abschneiden lassen.

Ich bin in der glücklichen Lage, alles sein zu dürfen, was ich will. Ein Schlabberpulli am Donnerstag hält mich nicht davon ab, am Samstag der Welt den Ansatz meiner Brüste zu zeigen. Ich trage flache Schuhe, weil ich mich darin wohler fühle, und so geht es vielen anderen Frauen auf der Welt. Die meisten sehen mich vielleicht nicht, sie übersehen mich aus den unterschiedlichsten Gründen, aber ich bin kein Mensch für den ersten Blick und ich brauche hohe Schuhe nicht. Ich habe hohe Schuhe nicht nötig. Das sage ich nicht, weil ich mich geil finde oder schön oder besonders heiß. Ich glaube nur, dass das was ich bin auch bei den Leuten ankommt, bei denen ich es mir wünsche. Ich will nicht von Männern bemerkt werden, die gar nicht nach jemandem wie mir suchen. Und ich finde es schade, dass Leute wie ihr Leute wie mich unterschätzen, aber vielleicht macht das auch vieles einfacher.

Die Frauen in Deutschland müssten nur einfach mal ein höheres Maß an Selbstbewusstsein und vor allem Selbst-Liebe entwickeln, dann würden sie sich auch dementsprechend nach außen geben. Und die anderen Frauen würden sich daran orientieren. Sie sind nämlich genauso schön wie die Frauen in allen anderen Ecken der Welt auch, sie zeigen es nur leider nicht so. (Conny)

Der Kommentar von Conny ist der intelligenteste Kommentar zu diesem Artikel, auch das sollte hier mal betont werden.

Wenn eine Frau sich pflegt, geschminkt ist, gut und modisch angezogen ist, wird sie hier als Tussi, Modepuppe etc. bezeichnet. Die Deutschen haben schon eine merkwürdige Einstellung zur Kleidung… wie kann man an einem Samstag Abend als Frau in eine Disco in Jeans, Turnschuhen und T-shirt gehen? Zu solch einem Anlass macht man doch das Beste aus sich?!

Man kann das ja auf zweierlei Art sehen, so ein Besuch in der Disco. Entweder ist es ein absolut krasser Event, eine totale Besonderheit, zu der man sich jedes Wochenende aufs neue herausputzt. So eine Disco kann aber auch ein Ort sein, wo man abschalten, sich betrinken oder tanzen möchte. Was spricht in diesem Fall dann gegen Jeans und T-shirt? Es gibt wahrscheinlich zwei Gründe dafür, sich für Disco oder Club oder was auch immer aufzudonnern. 1. Man will am Ende der Nacht geküsst, gebumst oder sonstwie abgeschleppt werden. 2. Man hat Freude am Aufdonnern. Was ist daran jetzt so besonders lobenswert? Ich meine, es ist super, Freude am aufdonnern zu haben, aber was ist mit den Frauen, die sich ein bisschen weniger aufdonnern und dafür Freude an andren Dingen haben? Freude an heißen Entspannungsbädern, Freude am Sport, Freude am bloggen darüber, was für komische Ansichten manche Leute haben. Ist eine Frau, die Freude am Aufdonnern hat automatisch mehr wert oder “mehr Frau”, als eine, die Freude an andren Dingen hat?

Und: In welchen seltsamen Kreisen verkehrt ihr eigentlich alle, dass euch da keine hübschen, interessanten, klugen, witzigen, schlicht gekleideten Frauen begegnen, die euch eventuell davon hätten überzeugen können, dass sie trotz ihres eher schlichten Stils Bombenweiber sind? Und warum ist schlicht immer gleich schlecht? Ernsthaft Leute, in Deutschland wächst eine tolle Generation an gut gekleideten Frauen heran, die sich bei euren Sprüchen an den Kopf fassen muss.

Was mich an der Sache irgendwie auch vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte verwundert: da leben die Deutschen seit Jahrzehnten Tür an Tür mit den Türken, und haben die Chance, sich inspirieren zu lassen komplett an sich vorbeiziehen lassen. Wieviel aufwändiger und liebevoller stylen sich denn bitte die türkischen Frauen? (Leticia)

Ok, langsam reichts mir. Ich soll mich mit meinem deutschen Stil vom Stil anderer Nationalitäten beeinflussen lassen? Verfickt nocheinmal, VIELLEICHT SIND VERDAMMTE BRAUNTÖNE UND TWEET UND JACK WOLFSKIN UND SCHLABBERSHIRTS JA GENAU UNSER STIL. Der Stil der deutschen Frau. Vielleicht finden wir den Stil der türkischen Frau ja scheiße und wollen das gar nicht. Wir könnten, aber wollen nicht. Vielleicht tun mir meine Ohrläppchen weh, wenn ich mir da irgendwelche Klunker dranhänge. Vielleicht gibts auch viele toll gekleidete türkische Frauen, polnische Frauen, chinesische Frauen, von denen weiß ich gar nicht und von denen können wir uns alle inspirieren lassen, wenn es denn soweit ist. Vielleicht will ich nicht auf dem Weg ins Kino auf die Fresse fallen auf meinen hochhackigen Stiefeln, sondern es ist mir wichtiger, da unbeschadet anzukommen… WEIL ICH DEN FILM SEHEN WILL. Ich als Frau mit meinen Titten und meiner Muschi will diesen verdammten Film sehen. Zum Döner um die Ecke geh ich, weil ich einen verdammten Döner essen will. Es ist mir scheißegal ob jemandem meine Eleganz ins Auge sticht, wenn ich sage “Bitte mit Knoblauchsoße und doppelt Zwiebeln.” Vielleicht hab ich ja wunderschöne Augen und eine geheime, ganz liebevolle, niedliche Art an mir, die man nicht an- oder ausziehen kann wie eine verdammte Seidenbluse und vielleicht hab ich gar keinen Bock drauf, dass jeder das erfährt oder jeder mir das ansieht.

Ich gebe zu, da stehen auch ein paar gute und meiner Meinung nach richtige Sachen in den Kommentaren. Es ist auch schön, dass sich dann am Ende doch alle einig sind darüber, dass das Gesamtpaket stimmen muss. Vielleicht neigt die deutsche Frau dazu, mürrischer zu sein als andere; das kann man allerdings schlecht beurteilen und müsste noch wissenschaftlich belegt werden. Vielleicht sehen Frauen anderer Nationalität aus, als hätten sie eine weitaus positivere Lebenseinstellung, vielleicht zeigen sie mehr Bein, mehr Hintern und mehr Brust. Ich persönlich halte die deutsche Frau für herzlich und warmherzig und großartig. Ich kenne auch ein paar sehr herzliche, tolle ostdeutsche Frauen. Vielleicht zeigen diese Frauen mehr, was ihnen an sich und den Männern oder ihrer Familie liegt.

Ich stelle mir beim Lesen des Artikels und der ganzen Kommentare die Frage ob es den Männern, die das gute Aussehen und die positive Art der anderen Frauen so schätzen, möglich ist, diese Frauen wirklich als gleichberechtigt anzusehen, als Partnerin, als Weggefährtin, die dieselben Dinge im Leben will oder wollen darf. Was genau schätzt man an diesen Frauen? Kommt da neben dem guten Aussehen noch was? Gibt es innere Wert an einer Frau, auf die ihr stolz sein wollt oder könnt? Ich meine, wollt ihr das überhaupt oder ist euch das schon wieder ein bisschen egal? Ist euch klar, dass ihr selbst wenn ihr mit dem Vorwurf gegen die typische deutsche Frau ein bisschen recht habt, einen enormen Druck ausübt auf die Frauen?

Klar, es ist richtig, man sollte mutiger sein und sich mehr trauen. Wir lachen darüber wenn unsere Mütter uns fragen, ob sie diese oder jene Farbe tragen oder sich ein Oberteil kaufen sollen, das ein bisschen mehr auffällt. Viele trauen sich einfach nicht. Frauen in anderen Ländern trauen sich mehr und das wird von allen wohlwollend zur Kenntnis genommen. Es gibt Menschen, die sagen, dass genau diese Frauen auch wieder anstrengend sind. Man fühlt sich unwohl in ihrer Nähe, weil man oft genug erleben muss, dass sie eben neben ihrem guten Aussehen auch eine gewisse Aggressivität an den Tag legen. Einigen von ihnen ist die Aufmerksamkeit von Männern wichtiger als kollegiales Verhalten oder ein einigermaßen lockerer Umgang miteinander. So ein Verhalten finde ich witzlos, wie bereits erwähnt auch langweilig und nicht besonders reizvoll.

Fassen wir also grob zusammen: Wir deutschen Frauen sollten uns teilweise mehr trauen. Und die ausländischen Frauen, die den Anschein erwecken, es ginge wirklich nur darum, die Aufmerksamkeit eines Mannes auf sich zu lenken, sollten – egal wie studiert oder intelligent sie von mir aus in anderen Bereichen sind – vielleicht mal einen Kurs an der Volkshochschule besuchen, der sie ein bisschen von dieser Oberflächlichkeit runterbringt.

Polyvore

schwarz weiß Winter

 

Ich hab mal eben diesen spannenden Dienst getestet. Sowas benutzen normalerweise nur gruselige Fashion & Beauty Blogger. Ich bin mir also gerade selbst fremd. Keine Ahnung, was ich damit genau anfangen soll, aber es eignet sich hervorragend für schreibfaule Menschen – und dazu zähle ich mich bedenklicherweise momentan – um der Welt zu zeigen: Ich bin noch hier! Und ich konsumiere noch! Seht was ich zuletzt gekauft habe.

Ich habe also ein Set erstellt mit Dingen, die ich zuletzt kaufte. Die Sonnenbrille passt da nicht rein, ist mir aber egal, ich fand sie gut. Vielleicht mach ich sowas jetzt öfter. Und um euch nun so richtig das fürchten zu lehren: Ja, ich mach das demnächst auch mit Schminke. Interessante Artikel gibt es hier nicht mehr. Sätze mit mehr als 9 Wörtern auch nicht. Morgen folgt ein Blogeintrag über Duschgel. Übermorgen Concealer. Nächste Woche dann die Problematik von richtigen und unrichtigen Körbchengrößen.

Moby – Flower

Melodien 2011 – für Menschen mit vernünftigem Musikgeschmack

Nicht alle angenehm, teilweise nicht zum Angeben geeignet, nicht alle aus 2011, aber was kümmert das mich?

The Naked And Famous – All of this

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2011 – der kategorische Rückblick

Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Dann wieder abgenommen. Dann wieder zugenommen. So sehr, dass Männer mir das auch gesagt haben. Ich weiß immer noch nicht wie sehr ich mich darüber aufregen soll. Egal. Meinen Titten hat es gut getan und das Gesamtbild hat nicht gelitten.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Ich glaube, das steht mir auch besser. Passt besser zu der Brille und allem.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtiger. Um nicht zu sagen beinahe blind!!! Deshalb trag ich auch seit März eine Brille. Alles in allem bin ich vielleicht ein bisschen weitsichtiger geworden, aber nur in Teilbereichen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Gleichbleibend. 2010 hab ich wegen dem Umzug mehr ausgegeben, 2011 nicht mehr so viel, aber so gewisse Kurztrips und Spritkosten waren nicht ganz billig.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Das wollte der Körper natürlich nicht und deshalb ging es ihm das ganze Jahr über nicht so gut. Im nächsten Jahr werde ich dem Fitnessstudio wohl wieder mal ein paar Besuche abstatten.

Der hirnrissigste Plan?
Mhhh, ich kann mich an nichts hirnrissiges erinnern. Ich war relativ vernünftig in diesem Jahr, schätze ich.

Die gefährlichste Unternehmung?
In einen Bus zu steigen in London, ohne zu wissen, wo der eigentlich hinfährt. Das war aber natürlich nicht gefährlich, sondern eher interessant. Wird wiederholt.

Die teuerste Anschaffung?
Ich hab nicht wirklich viele Anschaffungen gemacht in diesem Jahr. Das teuerste war wohl wirklich mein Wintermantel, den ich mir vor ein paar Wochen gekauft hab. Und die Brille war in einer ähnlichen Preisklasse.

Das leckerste Essen?
Jedes Essen, dass man einnimmt, wenn man nachts um viertel nach fünf nach Hause kommt, ist lecker. Dieser Thunfisch-Dip neulich war lecker, ich muss mich da selber mal loben. Das Essen im Sommer in der Walkemühle war köstlich und das von gestern auch. Der Krautsalat seiner Mutter ist überlecker. Ach ich weiß nicht. Ich bin Franzi, man kennt mich, ich liebe essen, ALLES IST LECKER!!!!

Das beeindruckenste Buch?
Ich hab unglaublich wenig gelesen in diesem Jahr. Ich kann mich dran erinnern, dass ich bei “Shit my dad says” (das Buch zum twitter-Account) einige Male fast geweint hätte, weil es nicht nur unglaublich witzig, sondern der Dad, von dem die Rede ist, auch unglaublich weise ist. Das ist kein Buch, mit dem man angeben kann oder so. Nichts weltbewegendes, aber es durchzulesen hat Spaß gemacht. Hätte ich das Atul Gawande Buch schon durch, würde ich es nennen. Ihr solltet alle seine Bücher lesen, auch wenn euch Medizinalltag nicht interessiert, ehrlich.

Der ergreifendste Film?
Ergreifend? Mmmhhhh… ich schätze, “Control” zählt auf jeden Fall dazu. Und ich hab in diesem Jahr zum ersten Mal “Der Pianist” gesehen. Ansonsten hab ich relativ wenige ergreifende Filme in diesem Jahr gesehen.

Die beste CD?
Kann mich unmöglich entscheiden, weil mich dieses Jahr drei Alben ganz besonders begleitet haben, also nenne ich sie alle drei. Wolf Gang – Suego Faults (der gleichnamige Song ist im übrigen neben vielen anderen auch mehr als großartig). Foster The People – Torches (Ich muss hier nochmal eindringlich betonen, dass ich sie schon gut fand bevor sie irgendeine Bekanntschaft gut fand. Eigentlich habe ich sie entdeckt. Das ist wie damals bei The Rakes gewesen, das habe ich auch vor allen anderen begriffen, leider gibt es die nicht mehr harharhar). I´m from Barcelona – Forever today (Ein so großartiges Album. Heiliger Vater. Passte super in den Frühling und überhaupt… danke für die Hintergrundmusik)

Das schönste Konzert?
Ich war auf keinen. Oder? War ich auf einem Konzert? Nein. Und das ist sehr traurig. Kümmert mich aber auch grad nicht so wirklich.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Ich schätze, das ist der Mann. Und die Katzenkinder. LIEBE.

Die schönste Zeit verbracht damit…?
Ähm… zu vögeln? Oh und lachen bis der Bauch weh tut. Und beim Katzen streicheln. Fiep.

Vorherrschendes Gefühl 2011?
Mir tut etwas weh. Scheiße, warum tut mir wieder irgendwas weh?! Ich will nicht, dass das wehtut!!!!

2011 zum ersten Mal getan?
Jemandem gesagt, dass ich ihn liebe. (Also, jetzt außer meiner Mutter, meinem Dad oder meiner Schwester. Die liebe ich sehr, aber die zählen nicht, weil das nichts romantisches ist, versteht ihr?)

2011 nach langer Zeit wieder getan?
Nach langer Zeit? Keine Ahnung, da fällt mir irgendwie nichts ein. Betrunken gewesen am heiligen Nachmittag. Menschen einfach so aus meinem Leben gestrichen. Mir eine Narkose geben lassen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Ein paar Migräneanfälle. Besuche beim Doktor. Bauchkrämpfe.

Die wichtigste Sache, von der Dich jemanden überzeugen wollte?
Dass alle meine Vorurteile früher oder später Realität werden. (Davon überzeugen mich regelmäßig irgendwelche armen Trottel da draußen und ich kann nichts dagegen tun)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ja, das gab es. Aber das verrate ich nicht.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich liebe dich, wenn du da so sitzt und in einer Hand eine Wurst hälst.

2011 war mit einem Wort…?
Wie bereits erwähnt: beängstigend. Aber auch wunderbar. Und bewusstseinserweiternd.