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Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich alles blöd finde – hier Dinge die ich gut finde: Norwegerpullis, Biker-Boots, Küken, Titten.

Media Monday #30

1. Der beste Film mit Cillian Murphy ist für mich vermutlich “Inception”. Ich wusste ihn jetzt auf Anhieb gar nicht einzuordnen. Beim Überfliegen seiner Filmografie fällt auf, dass er in vielen guten Filmen mitgespielt hat; “Tron” zum Beispiel, oder “The Dark Knight”

2. Ethan und Joel Coen haben mit “Fargo” ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil das Schauspieler-Ensemble so großartig ist und der Film irgendwie von Kleinigkeiten, zunächst unauffälligen Einstellungen, lebt, die genialer sind als jeder megamäßige Effekt.

3. Der beste Film mit Naomi Watts ist für mich … TANK GIRL!!! Bis man erstmal darauf kommt, dass sie dort das unscheinbare schwarzhaarige Mädchen spielt… egal, ich mag diesen Film einfach.

4. Mein(e) Filmhighlight(s) 2012 wird vermutlich “The Avengers”

5. Letzte Woche sind „Die Muppets“ in den deutschen Kinos angekommen. Unabhängig davon, ob ihr den Film sehen wollt, bereits kennt oder er euch überhaupt nicht interessiert, wie ist eure Meinung zur Wiederbelebung eines so lange vergessenen und zuletzt nicht mehr sonderlich erfolgreichen Franchise?
Ganz ehrlich? Ist mir ziemlich egal. Zumindest in diesem Fall. Ich bin irgendwie kein riesen Muppets-Fan, in einem anderen Fall würde ich vielleicht hocherfreut in die Hände klatschen.

6. Nachdem sich in den letzten Wochen bereits einige als Serien-Fans „geoutet“ haben: Welches ist eure liebste Serienfigur (!) und warum?
Karen Walker aus “Will & Grace”. Es gibt unglaublich viele wahnsinnig tolle Serienfiguren, manchmal vermisse ich George O´Malley aus “Greys Anatomy”, niemand ist großartiger als Heathcliff Huxtable… aaaaber Karen Walker ist schlussendlich meine Favoritin. Weil sie medikamentenabhängig ist. Und böse und ehrlich und wundervoll und… ach.

7. Mein zuletzt gesehener Film war wie bereits erwähnt “The Maiden Heist” (eher so Note 4 -) und davor im Kino “Verblendung” (sehr zu empfehlen)

(Das war´s jetzt aber auch erstmal. Nächsten Montag steige ich dann zum richtigen Zeitpunkt ein. Und euch wünsche ich jetzt noch einen angenehmen Dienstagabend. Bitte schaut euch heute bloß nicht “Two and a half man” mit Ashton Kutcher an, spielt lieber eine Partie Skibbo oder so)

Media Monday #29

1. Der beste Film mit Matt Damon ist für mich “The Departed”

2. Guy Ritchie hat mit “Snatch” seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er es auf unaufgeregte Art und Weise schafft in einem Film mehrere großartige Figuren zu zeigen, die großartige Dinge tun und sagen.

3. Der beste Film mit Christina Ricci ist für mich “Gold Digger – Das Geheimnis von Bear Mountain”. Ich hab den Film irgendwann mit elf oder zwölf zum ersten Mal gesehen, danach nie wieder und ich mochte ihn damals sehr gerne, vielleicht auch wegen Anna Chlumsky, bekannt aus “My Girl”

4. Vergleicht man (beispielsweise) die alten Disney-Klassiker unter den Zeichentrickfilmen mit den heutigen Pixar-Animationsfilmen, fallen einem enorme Unterschiede auf. Wie ist eure Meinung zur Entwicklung des Zeichentrick-/Animationsfilm-Genres?
Ich habe keine Ahnung von Animationen. Die Möglichkeiten sind andere geworden, das Gute ist, dass dadurch scheinbar nicht die Qualität von Geschichten leidet, weil man denkt: Wir können so viel machen, so tolle Effekte, den Zuschauer so in Staunen versetzen, da könnte die Story eine untergeordnete Rolle einnehmen. So ist das glaub ich glücklicherweise nicht. Allerdings bin ich eine Person, die sich immer zweimal überlegt, ob sie sich Filme dieses Genres ansieht. Ich denke dann sehr schnell: Oh nein, das wird kindisch. Ist oft nicht mein Humor, deswegen kann ich auch nicht so viel dazu sagen.

5. Es kommt immer wieder vor, dass man ins Kino gelockt und von dem dann folgenden Film grenzenlos enttäuscht wird. Was war euer schlimmster Film, für den ihr auch noch eine Kinokarte gelöst habt?
Eine Kinokarte hab ich zum Glück nicht zahlen müssen dafür, aber “Kick Ass” ist ja mal ein so dermaßen bescheuerter Film. Er ist witzlos. Und langweilig. Und wenn ich die einzige bin, die das so sieht, dann ist mir das scheißegal.

6. Filme ohne Happy-End sind manchmal ziemlich großartig. Eigentlich großartiger als Filme mit Happy End. Ich glaub einer der besten Filme ohne Happy-End ist “Milk”. Ich könnte mir den einmal pro Woche anschauen und fände ihn immer noch so großartig wie am Anfang und ich würde auch bei der Schlussszene immer noch genauso heulen. Schaut ihn euch an, um Gottes Willen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war: siehe Media Monday #27 (Im Kino war es “Verblendung” und der war ziemlich fantastisch. Unbedingter Anschau-Befehl!)

 

Media Monday #28

1. Der beste Film mit Jesse Eisenberg ist für mich “The Social Network”. Er hatte diesen Programmierer-Tunnelblick irgendwie so wunderbar drauf. In “Adventureland” fand ich ihn aber auch nicht schlecht.

2. Danny Boyle hat mit “Trainspotting” seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film einer meiner Lieblingsfilme ist, ohne dass ich die Regie-Leistung überhaupt ansatzweise bewerten könnte (als Laie sowieso nicht). Ich mochte von Anfang an die Farben, die Darsteller, die kleinen Details, den Soundtrack, die Dialoge. Das ist alles nicht nur dem Regisseur zuzuschreiben, schon klar, aber für mich ist das seine beste Regiearbeit. “Slumdog Millionaire” hat mich nicht umgehauen (typischer Film, bei dem ich nie begriffen hab, was an dem toll sein soll). “The Beach” hab ich nie von vorne bis hinten durchgeguckt (muss nachgeholt werden). “127 Hours” war fantastisch, bestimmt ein Riesenaufwand, aber trotzdem nicht so gut wie “Trainspotting”

3. Der beste Film mit Rachel Weisz ist für mich gerade im Hirn nicht griffbereit. Ich hab “Die Mumie” gesehen, aber Rachel Weisz interessiert mich als Schauspielerin irgendwie nicht so besonders, von daher ist die Frage nicht zu beantworten.

4. Jeder hat so seine Filme, die er sich immer und immer wieder ansehen kann. Dafür müssen diese Filme nicht einmal gut oder anspruchsvoll sein. Wenn beispielsweise sonntags nichts Besseres läuft, wenn ihr euch einfach nur berieseln lassen wollt, krank im Bett liegt oder zu anderen Gelegenheiten, welche Filme landen bei euch immer wieder auf der Mattscheibe? “Trainspotting”, “Marie Antoinette”, “Milk” und drei, vier andere.

5. Fernab von sympathischen und/oder attraktiven SchauspielerInnen oder präferierten Genres; habt ihr einen Lieblingsregisseur, der euch ungeachtet der genannten Kriterien in steter Folge ins Kino treibt, wenn sein neuestes Werk anläuft? Superlangweilige Antwort, aber so ist es nunmal: die Coen Brüder. Und ich bin Guy Ritchie-Fan, aber auch nur wegen der zwei Drehbücher zu “Snatch” und “Lock, Stock & Two Smoking Barrels”.

6. Arthouse-Kino spielt für mich eher eine Nebenrolle. Wenn man in der Provinz lebt, schaut man sich im Kino doch eher die kommerziellen Filme an und gerät nur durch Zufall an etwas, das die Mainstreammedien größtenteils übersehen haben.

7. Mein zuletzt gesehener Film war: siehe Media Monday 27

Media Monday #27

Verehrte Leser, ich mache ab sofort mit beim Media Monday. Was das ist, wird z.B. hier erklärt und ich muss nun leider sagen, dass ich fürs Jahr 2012 schon vier Montage hinterher hänge. Weil ich aber Fragen rund ums Thema Filme irgendwie immer wieder gerne beantworte, hole ich das mal schnell nach. Und falls ihr euch fragt, was das eigentlich soll: Ich blogge, wie ihr sicherlich bemerkt habt, in letzter Zeit nicht mehr so häufig und sehe das als gute Gelegenheit an, diesen Blog – bis es von mir wieder etwas “eigenes” zu lesen gibt – trotzdem ein bisschen zu füllen.

Starten wir also mit dem Media Monday #27 (der eigentlich vom 02.01.2012 ist)

1. Der beste Film mit Benicio del Toro ist für mich Fear and loathing in Las Vegas. Ich habe nämlich außer diesem, “Snatch” und dem Anfang von “21 Gramm” keinen Film mit Benicio del Toro bewusst von Anfang bis Ende gesehen. Das ist irgendwie schade, denn er ist ziemlich großartig und hat eine wahnsinnige Ausstrahlung. Und da fällt mir ein, ich sollte mir “Fear and loathing” eigentlich auch mal wieder anschauen.

2. Nora Ephron hat mit “Schlaflos in Seattle” ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil ich auch “Harry & Sally” hätte sagen können, den ich allerdings nie von Anfang bis Ende durchgesehen habe, im Gegensatz zu “Schlaflos in Seattle”. Ich erinnere mich daran, damals bei dem Film geweint zu haben, also muss er mir irgendwie gefallen haben.

3. Der beste Film mit Jessica Alba ist für mich “Honey.” Wegen der Tanzszenen und weil er gute Laune macht, denn ansonsten ist Jessica Alba nicht unbedingt jemand, den ich in irgendeinem Film besonders gut finde.

4. Es gibt Filme die allein auf die Unterhaltung abzielen und ebenso gibt es Filme, die versuchen, den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen oder den Anspruch haben, sich ernsthaft mit einem sozialen oder gesellschaftlichen Thema auseinanderzusetzen. Bevorzugt ihr eine der Gruppen und wenn ja, warum? Ich bin von Natur aus manchmal nachdenklich genug. Deswegen ziehe ich Filme, die mich unterhalten, vor. Ab und zu gibt es auch welche, die beides schaffen. “Into The Wild” war so ein Film, weswegen er auch unter meinen Top 5 ist. “The Departed” genauso. Ich denke solche Filme sind dann noch besser als diejenigen, die wirklich nur unterhalten, wie zum Beispiel “Transformers”, wo viel Lärm um nichts gemacht wird.

5. Schon zahlreiche Serien wurden auf der großen Leinwand wiederbelebt, sei es als Remake (3 Engel für Charlie, Starsky & Hutch, A-Team), als würdiger Abschluss einer viel zu früh beerdigten Serie (Serenity für die Serie Firefly) oder auch, um weitere Geschichten um die Protagonisten zu erzählen, während die Serie längst das Zeitliche gesegnet hat (Sex and the City 1 & 2). Zu welcher Serie, ob alt oder neu, würdet ihr euch ein Remake oder einen würdigen Abschluss in Film-Form wünschen? “Friends”. Ich spreche hier für Millionen von Fans. Wobei ein Dawson´s Creek-Film auch toll wäre, weil mich interessieren würde, ob Dawson eigentlich immer noch so eine Kackwurst ist. Der letzte Satz war nicht ernst gemeint.

6. So genannte Blockbuster werden einerseits gerechtfertigt als solche bezeichnet, bei anderen frage ich mich, warum sie so viel Erfolg auf der Leinwand haben bzw. hatten. Mir persönlich sind Filme lieber, die zwar aus den unterschiedlichsten Gründen sehr erfolgreich sind, aber dennoch längst nicht als “Blockbuster” bezeichnet werden.

7. Mein zuletzt gesehener Film war The Maiden Heist (Bruchreif) und der war erträglich, weil Christopher Walken darin zu sehen war, leider war die Story etwas lahm. 

Melodien 2011 – für Menschen mit vernünftigem Musikgeschmack

Nicht alle angenehm, teilweise nicht zum Angeben geeignet, nicht alle aus 2011, aber was kümmert das mich?

The Naked And Famous – All of this

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2011 – der kategorische Rückblick

Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Dann wieder abgenommen. Dann wieder zugenommen. So sehr, dass Männer mir das auch gesagt haben. Ich weiß immer noch nicht wie sehr ich mich darüber aufregen soll. Egal. Meinen Titten hat es gut getan und das Gesamtbild hat nicht gelitten.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Ich glaube, das steht mir auch besser. Passt besser zu der Brille und allem.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtiger. Um nicht zu sagen beinahe blind!!! Deshalb trag ich auch seit März eine Brille. Alles in allem bin ich vielleicht ein bisschen weitsichtiger geworden, aber nur in Teilbereichen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Gleichbleibend. 2010 hab ich wegen dem Umzug mehr ausgegeben, 2011 nicht mehr so viel, aber so gewisse Kurztrips und Spritkosten waren nicht ganz billig.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Das wollte der Körper natürlich nicht und deshalb ging es ihm das ganze Jahr über nicht so gut. Im nächsten Jahr werde ich dem Fitnessstudio wohl wieder mal ein paar Besuche abstatten.

Der hirnrissigste Plan?
Mhhh, ich kann mich an nichts hirnrissiges erinnern. Ich war relativ vernünftig in diesem Jahr, schätze ich.

Die gefährlichste Unternehmung?
In einen Bus zu steigen in London, ohne zu wissen, wo der eigentlich hinfährt. Das war aber natürlich nicht gefährlich, sondern eher interessant. Wird wiederholt.

Die teuerste Anschaffung?
Ich hab nicht wirklich viele Anschaffungen gemacht in diesem Jahr. Das teuerste war wohl wirklich mein Wintermantel, den ich mir vor ein paar Wochen gekauft hab. Und die Brille war in einer ähnlichen Preisklasse.

Das leckerste Essen?
Jedes Essen, dass man einnimmt, wenn man nachts um viertel nach fünf nach Hause kommt, ist lecker. Dieser Thunfisch-Dip neulich war lecker, ich muss mich da selber mal loben. Das Essen im Sommer in der Walkemühle war köstlich und das von gestern auch. Der Krautsalat seiner Mutter ist überlecker. Ach ich weiß nicht. Ich bin Franzi, man kennt mich, ich liebe essen, ALLES IST LECKER!!!!

Das beeindruckenste Buch?
Ich hab unglaublich wenig gelesen in diesem Jahr. Ich kann mich dran erinnern, dass ich bei “Shit my dad says” (das Buch zum twitter-Account) einige Male fast geweint hätte, weil es nicht nur unglaublich witzig, sondern der Dad, von dem die Rede ist, auch unglaublich weise ist. Das ist kein Buch, mit dem man angeben kann oder so. Nichts weltbewegendes, aber es durchzulesen hat Spaß gemacht. Hätte ich das Atul Gawande Buch schon durch, würde ich es nennen. Ihr solltet alle seine Bücher lesen, auch wenn euch Medizinalltag nicht interessiert, ehrlich.

Der ergreifendste Film?
Ergreifend? Mmmhhhh… ich schätze, “Control” zählt auf jeden Fall dazu. Und ich hab in diesem Jahr zum ersten Mal “Der Pianist” gesehen. Ansonsten hab ich relativ wenige ergreifende Filme in diesem Jahr gesehen.

Die beste CD?
Kann mich unmöglich entscheiden, weil mich dieses Jahr drei Alben ganz besonders begleitet haben, also nenne ich sie alle drei. Wolf Gang – Suego Faults (der gleichnamige Song ist im übrigen neben vielen anderen auch mehr als großartig). Foster The People – Torches (Ich muss hier nochmal eindringlich betonen, dass ich sie schon gut fand bevor sie irgendeine Bekanntschaft gut fand. Eigentlich habe ich sie entdeckt. Das ist wie damals bei The Rakes gewesen, das habe ich auch vor allen anderen begriffen, leider gibt es die nicht mehr harharhar). I´m from Barcelona – Forever today (Ein so großartiges Album. Heiliger Vater. Passte super in den Frühling und überhaupt… danke für die Hintergrundmusik)

Das schönste Konzert?
Ich war auf keinen. Oder? War ich auf einem Konzert? Nein. Und das ist sehr traurig. Kümmert mich aber auch grad nicht so wirklich.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Ich schätze, das ist der Mann. Und die Katzenkinder. LIEBE.

Die schönste Zeit verbracht damit…?
Ähm… zu vögeln? Oh und lachen bis der Bauch weh tut. Und beim Katzen streicheln. Fiep.

Vorherrschendes Gefühl 2011?
Mir tut etwas weh. Scheiße, warum tut mir wieder irgendwas weh?! Ich will nicht, dass das wehtut!!!!

2011 zum ersten Mal getan?
Jemandem gesagt, dass ich ihn liebe. (Also, jetzt außer meiner Mutter, meinem Dad oder meiner Schwester. Die liebe ich sehr, aber die zählen nicht, weil das nichts romantisches ist, versteht ihr?)

2011 nach langer Zeit wieder getan?
Nach langer Zeit? Keine Ahnung, da fällt mir irgendwie nichts ein. Betrunken gewesen am heiligen Nachmittag. Menschen einfach so aus meinem Leben gestrichen. Mir eine Narkose geben lassen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Ein paar Migräneanfälle. Besuche beim Doktor. Bauchkrämpfe.

Die wichtigste Sache, von der Dich jemanden überzeugen wollte?
Dass alle meine Vorurteile früher oder später Realität werden. (Davon überzeugen mich regelmäßig irgendwelche armen Trottel da draußen und ich kann nichts dagegen tun)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ja, das gab es. Aber das verrate ich nicht.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich liebe dich, wenn du da so sitzt und in einer Hand eine Wurst hälst.

2011 war mit einem Wort…?
Wie bereits erwähnt: beängstigend. Aber auch wunderbar. Und bewusstseinserweiternd.

2011

Das Jahr geht zu Ende und ich habe selten so wenig geschrieben und doch so viel gesagt wie in 2011. Wenn ich ein Wort wählen müsste, das dieses Jahr beschreibt, dann dieses: beängstigend. Ja, da war sehr viel Angst in diesen zwölf Monaten. Oft unterschwellig. Angst und auch sehr viel Glück. Und Kopfschütteln.

Ich kann nicht in Monaten sprechen. Ich kann nur von Gewinn und Verlust sprechen und eben dieser Angst, die so oft mit mir im selben Raum war. Vielleicht weil ich älter geworden bin. Vielleicht, weil ich endlich was zu verlieren habe.

Im März trete ich der mitleiderregenden Gruppe der Brillenträger bei, ein geliebtes Familienmitglied wird beerdigt und mir wird nach einem Arztbesuch bewusst, dass ich mich seit Monaten insgeheim fürchte und niemandem wirklich erzählt habe, warum und wovor ich mich fürchte. Der April wird ein wichtiger Monat. Ein weiterer Gang zum Arzt und ein Aufatmen und das Bewusstmachen,  wie sehr wir uns selber immer wieder Streiche spielen. In meinem Wohnzimmer wird ein Kurzfilm gedreht und ich fahre nach Berlin, wo ich zu Lionel Richie Ausdruckstanz mache und Menschen ins Herz schließe, die Talent und Flauschigkeit und Humor und ganz viel Glanz in den Augen haben. Ich stehe an der Theke mit jemandem, den ich schon lange kenne und wir finden dieselben Dinge schrecklich und dieselben Dinge gut und ich versuche mich an meine Kurzhaarfrisur zu gewöhnen.

Am 1. Mai trinke ich fünfzehn Cocktails und werde von einer rot-weiß getigerten Katze gekratzt. Eine Woche später fliege ich für fünf Tage nach London, die bisher einzige Stadt, die mir Schmerzen in der Brust bereitet vor Sehnsucht. Ich sitze an Bahngleisen und trinke billigen Wein, während die Sonne aufgeht und weil ich zu schüchtern bin meinen Kopf auf die Schulter zu meiner rechten zu legen, lege ich sie auf die Schulter zu meiner linken. Der Monat klingt mit einem Kuss und einem guten Gefühl aus und einem kalt gewordenen chinesischen Geburtstagsbuffet, sowie einem Gartenstuhl auf der Toilette und der Frage, ob es sinnvoll ist, morgens um vier im Suff das Gerüst einer Kirche hochzuklettern.

Die Sommermonate bestehen aus schlechtem Wetter, sehr viel Liebe, großartigen Menschen, die man kennenlernt und der Gewissheit, dass ein Freundeskreis, der mich etwa drei Jahre lang begleitet hat, jetzt nur noch ein Bekanntenkreis ist. Ich frage mich, wann es angefangen hat langsam aufzuhören und ob denn wenigstens ein paar Menschen da draußen bewusst ist dass man entweder als Rammelbursche geboren wird oder nicht.

Im August habe ich ein Kreislaufproblem, Ekel vor Kochschinken und Angst davor, dass 7 Jahre danach etwas Schreckliches passiert. Zum Hintergrund: Ich hielt mich im August 2004 vier Wochen lang in der Marburger Uni-Klinik auf und wurde am 27. August an der Lunge operiert. Seit dieser Zeit ist mein Humor Weltklasse, ich bin oft böse zu den Menschen und es ist die einzige Sache, wegen der ich irgendwie abergläubisch bin. Sieben Jahre später habe ich also ein Kreislaufproblem und am 27. August wache ich morgens auf und habe fünf Tage lang keinen Hunger mehr. Das macht mir eine Scheißangst, ich nehme vier Kilo ab, lasse mich krank schreiben, heule viel, entdecke wer die wahren Schätze in meinem Leben sind und lasse mir schließlich im September so einen Schlauch in den Arsch schieben.

Daraus resultierend erlebe ich im September den besten tranceartigen Zustand des Jahres 2011 . Den zweitbesten tranceartigen Zustand erlebe ich im Dezember nach dem Verzehr eines mit Gras angereicherten Brownies. Alle Wochen zwischen diesen zwei Zuständen erlebe ich mit den unterschiedlichsten Arten von Schmerzen. Ich habe Migräne, der Pariser Straßenverkehr berührt mich auf eigentümliche Art und Weise, ich kann nicht mit Geld umgehen und stelle fest, dass Teile meiner Verwandtschaft schlechte Menschen sind. Zwischendurch esse ich viele Weinbrandbohnen und lese im Internet Forenbeiträge über Katzensprache.

Was habe ich gelernt? Dass ich mir selber vertrauen kann, nur nicht in jeder Situation. Dass mir ein paar Individuen lieber sind als ein großer Haufen Menscheneinheitsbrei. Dass David Guetta ohne Frage ein sehr erfolgreicher DJ ist und wir uns dieser Tatsache einfach stellen sollten. Dass es wirklich vollkommen ausreicht, jemanden unsympathisch zu finden, auf Grund der Tatsache, dass derjenige den Pullover vorne zusammen geknotet über den Schultern trägt. Dass ich manchmal klüger bin als Menschen, die doppelt so alt sind wie ich. Dass die meisten von euch einen wirklich beschissenen, ziemlich beschränkten Musikgeschmack haben und euch das wirklich regelmäßig mal jemand sagen sollte. Dass ich eine beängstigende Intuition habe, die man nicht in Gold aufwiegen kann. Und dass es wichtig ist, wirklich ungemein wichtig, niemals die Verbindung zu seinem inneren Bubba Sparxxx zu verlieren.

Und nun betrinkt euch schön, ihr alten Sauflöcher. Frohes neues Jahr.

Weil es sich nicht lohnt, jemand anderer zu sein.

Und dann vermisst du am Schluss, ganz am Ende, nur noch den, der für einige oft der war, mit dem man am wenigsten angeben konnte. Der mit den meisten falsch getroffenen Entscheidungen. Der auf nichts zurückblicken und eigentlich auch auf nichts hoffen konnte. Der irgendwen belogen und irgendwen betrogen hat. Der, der irgendwann nicht mehr da war, Wochen und Monate, bevor du selbst auch nicht mehr da sein wolltest und konntest. Durftest und solltest. Und es könnte furchtbar naiv sein von dir, dass du ausgerechnet diesen Menschen vermisst.

Freiwillig das schwächere Team wählen. Aber so ist das manchmal. So ist das, wenn jemand – egal wie er von anderen beurteilt und verurteilt wird – in Gesprächen mit dir nie ein dummes Wort fallen lässt, dass darauf deuten lässt, dass hier jemand sein wahres Wesen gerne zeitweise verstecken oder bis zur Unkenntlichkeit entstellbar machen möchte. Diese Person ist dann die, die du zuallererst nennst, wenn es ums Vermissen geht.

Und manchmal wünscht du dir, es hätte mehr Gespräche dieser Art gegeben. Mehr kleine Unterhaltungen auf kalten Steinplatten sitzend. Mehr Eingeständnisse, mehr stummes Nicken, mehr kleines wissendes Schmunzeln. Mehr Beweise dafür, dass zwei komplett unterschiedliche Menschen zum selben Ergebnis kommen, ähnliche Sichtweisen miteinander teilen können. Und dass es sich für niemanden lohnt, jemand anderer sein zu wollen. Weil das Zeitverschwendung ist. Und zu falschen Reaktionen führt. Die die einen Brücken abreißen und die anderen nicht, während niemand dir sagen kann, ob das ansatzweise fair ist.

Weil es dich und dich und dich verletzt und noch irgendwen, der mir jetzt nicht in den Sinn kommt, wenn ich jemand anderer sein will. Und weil es mich und ihn und sie verletzt, wenn du jemand anderer sein willst. Weil du in derselben Zeit, einfach du selbst sein kannst und jeder Tag dir die Möglichkeit gibt, ein noch besseres du selbst zu sein. Und du die Menschen vorwarnen kannst, weil du dich irgendwann wenigstens einigermaßen kennst. Weil du weist, wann du die Kontrolle verlierst oder was dazu beitragen könnte. Weil du weist, wann du dich verzettelst, dich verliebst, entliebst, die Hoffnung aufgibst oder die eines anderen zerstörst. Weil du wenigstens eine ungefähre Ahnung von dem Menschen hast, der du bist, und dir nicht erst aussuchen musst, wer du sein könntest, um am Ende festzustellen, dass das einfach nicht geht. Dass es zu nichts führt. Und du wahrscheinlich alle um dich herum ab einem gewissen Punkt nur noch enttäuschen wirst. Weil du nie den Mut hattest, deinen scheiß Schwächen neben deinen scheiß Stärken einen Platz einzuräumen.

Fox & Woolf – Wie im Krieg

Kann man zusammen “ein bisschen miteinander musizieren”, ohne sich jemals persönlich begegnet zu sein? Man kann durchaus. Phillip und Gina haben sich im Netz kennen gelernt, er schickte ihr einen Song zu, sie schrieb dazu den Text, hat den Gesang dazu aufgenommen und Phillip bastelte das ganze am Schluss zusammen. Heraus gekommen ist das hier:

Das Internet macht es möglich und ich find´s gut.

We are the sum of all the people we ever met

Wir sind die Summe aller Menschen, denen wir jemals begegnet sind. Das ist zum Lachen und zum Weinen und hätte in jedem Fall auch anders ausgehen können. Was hätte bleiben können nach so langer Zeit? Die schlechten Tage hätten dichter aufeinander folgen können, bis da irgendwann kein Platz mehr gewesen wäre für die unbeschwerten, die zufriedenen, die glücklichen, die guten Tage. Wie schnell kann das passieren, wie schnell vergisst du, dass du wenigstens ein paar Prinzipien haben solltest im Leben und dass du verraten und verachten und verurteilen kannst, wen immer du willst, wenn du nicht die verrätst und verachtest und verurteilst, die du liebst und die dich nie enttäuscht haben und denen du, sollten sie dich doch einmal enttäuschen, verzeihen würdest.

Wo würdest du jetzt stehen? Ohne diese ein oder zwei Begegnungen, Konfrontationen, Gespräche – wann wäre dir der Gedanke gekommen, dass Menschen einander das Menschliche nicht so recht verzeihen wollen. Hättest du ewig so weiter gemacht ohne dich jemals zu fragen wie das möglich ist, dass die einen dich in ihr Herz schließen, wenn du schwach, verletzlich und unberechenbar bist, während die anderen, die immer immer immer verdammt nochmal in der Überzahl sind, dir das Gefühl geben, dass du erst dann akzeptiert wirst, wenn du diesen Teil deiner Persönlichkeit beiläufig hinten runterfallen und nie wieder auftauchen lässt.

Musst du dich rechtfertigen, vielleicht sogar entschuldigen? Dafür, dass du mittlerweile ganz genau weist, welche Art von Menschen in deinem Leben eine Rolle spielen oder irgendwann mal eine Rolle spielen werden, welche von dir Respekt und Hilfe erwarten dürfen und dass diejenigen, die von Anfang an nicht da rein passen und die auch nicht den Anschein erwecken es jemals in irgendeiner Art und Weise zu tun, diese Dinge nicht erwarten können, weil du deine verdammte Energie nicht verschwenden kannst und willst für einen großen Haufen luftleere Toleranz, die rein gar nichts bedeutet.

Kannst du dir nicht öfter mal erlauben, den frenetischen Jubel anderen zu überlassen, denen die immer jubeln, wegen dem ewig gleichen Scheiß, weil du nämlich stattdessen einfach mal still daneben sitzen willst und zu dem Entschluss kommst, dass die Menschen, die dich offenbar bisher am wenigsten enttäuscht, manipuliert oder von oben herab behandelt haben,  nie in großen Gruppen, unter Konfettiregen einen Raum betreten.

An welchem Ort laden wir unsere überschüssigen Aggressionen, unsere unterschwellige Abneigung ab? Gibt es dafür falsche und richtige Orte? Darfst du deine Abneigung jemandem gegenüber öffentlich mitteilen und wenn ja, wo tut es mehr weh? Bist du schlichtweg durchtränkt von Neid auf eine Person, wenn deren Anwesenheit die Verhaltensweisen anderer stark beeinflusst, sodass Dinge auseinander fallen oder ziehst du dich zurück, weil du dir das Recht heraus nimmst, allein zu entscheiden ob du es mit einer armen Wurst zu tun hast, die möglicherweise auf den Zuspruch der kompletten Weltbevölkerung angewiesen ist.

Wo willst du stehen? Und worin unterscheidet sich dein neuerlicher Drang zum Aussortieren von der Aussortiererei der anderen? Bist du manchen Menschen vielleicht sogar dankbar dafür, dass Dinge auseinander gefallen sind, weil Auseinanderfallen heißt, dass da ein Raum entstanden ist, mit dem du jetzt etwas anfangen kannst.

Wirst du irgendwann zu demjenigen gehen, der dich bisher- subjektiv empfunden – am meisten umgekrempelt hat innerhalb eines kurzen Augenblicks und wirst du es ihm sagen, anstatt immer nur in die andere Richtung zu schauen oder zu reagieren wie jemand, der bedauerlicherweise keine Ahnung hat davon, dass er umgekrempelt wurde? Und wirst du demjenigen irgendwann verzeihen und ihm sagen, dass dieses Umkrempeln mit Zweifeln verbunden war, die sich wie körperliche Schmerzen anfühlten und wird dieser Mensch dir das dann glauben?

Wird man aus Schaden klug? Oder zynisch? Oder immer dann, wenn Bedarf besteht, einfach nur ein bisschen arrogant?